Der Spaziergang im Wald, die Radtour, das Aufräumen auf dem Balkon: Für manches Wochenendvorhaben ist diesmal Vorsicht wichtiger als die passende Regenjacke. Zwei Sturmtiefs beeinflussen Deutschland kurz hintereinander. Besonders im Westen, an den Küsten und auf den Bergen erwartet der Deutsche Wetterdienst kräftige Böen. Dazu kommt gebietsweise ausdauernder Regen.
Dabei trifft das raue Wetter nicht alle Regionen gleichzeitig und gleich stark. Auf die erste Windspitze am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag folgt zunächst eine teilweise Abschwächung. Schon in der Nacht zum Sonntag nimmt der Wind erneut zu. Eine ruhigere Phase ist deshalb noch keine Entwarnung für das ganze Wochenende.
Zuerst ist vor allem der Westen betroffen
Das erste Tief zieht nach dem DWD-Bericht vom Freitagabend von den Niederlanden zur Deutschen Bucht. Für die Nacht zum Samstag, 24. Oktober, rechnen die Meteorologen im Westen, Südwesten und bis zur Mitte Deutschlands verbreitet mit Böen zwischen 55 und 75 Kilometern pro Stunde. Zeitweise sind im Westen 70 bis 85 Kilometer pro Stunde möglich. Vom Rheinland bis zum Emsland sind einzelne schwere Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde nicht ausgeschlossen.
Auf den Bergen können die Böen 80 bis 110 Kilometer pro Stunde erreichen. Solche Spitzen gelten für entsprechend exponierte Lagen, nicht pauschal für die Städte und Täler einer ganzen Region. Am Samstag lässt der Wind insgesamt etwas nach. An der Nordsee und in freien Hochlagen bleiben jedoch einzelne Sturmböen möglich.
In der Nacht zum Sonntag folgt neuer Wind
Mit dem nächsten kräftigen Tief beginnt die zweite unruhige Phase. In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober, frischt der Wind von Westen bis zur Mitte wieder auf. Für die Deutsche Bucht erwartet der DWD schweren Sturm, auf Helgoland auch orkanartige Böen. Im Bergland sind je nach Höhenlage Böen bis Orkanstärke möglich.
Am Sonntag sind nach der Wochenvorhersage in vielen Landesteilen stürmische Böen oder Sturmböen zu erwarten. Teile des Ostens und Südostens haben demnach das geringste Sturmrisiko. Hinzu kommt Regen: In Staulagen der westlichen und zentralen Mittelgebirge können von der Nacht zum Sonntag bis tagsüber 30 bis 50 Liter je Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden fallen. Das sind regionale Prognosen, keine flächendeckend zu erwartenden Mengen.
Vorsicht beginnt vor der Haustür
Die Gefahr beschränkt sich nicht auf Berggipfel oder die Küste. Die Stadt Bonn warnt etwa davor, dass Äste und Kronenteile auch ohne sichtbare Vorschäden abbrechen können. Aufmerksamkeit sei deshalb ebenso an Straßenbäumen, in Parks und auf Friedhöfen nötig. Radfahrten und Aufenthalte in bewaldeten Bereichen sollten nach Möglichkeit verschoben werden.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, bei Unwettern nicht im Freien zu bleiben und insbesondere Wälder zu meiden. Wer noch vor dem starken Wind Zeit hat, sollte bewegliche Gegenstände auf Balkon und Terrasse sichern. Gartenmöbel und andere lose Dinge können sonst zur Gefahr für andere werden.
Auch wenn die Böen nachlassen, bleibt unter Bäumen Vorsicht nötig: Der Deutsche Feuerwehrverband weist darauf hin, dass instabile Bäume und lose Äste noch nach dem Sturm gefährlich sind. Absperrungen sind deshalb auch bei scheinbar ruhigem Wetter zu beachten. Zum Wochenbeginn soll der Wind nach der DWD-Prognose insgesamt nachlassen; an den Küsten und auf einzelnen Bergen kann es zunächst weiter stürmisch bleiben.
Redaktionell geprüft · 23. Oktober 2026


