KULTUR · HINTERGRUND

Die Kunst im Wandel: Wer gestaltet das Bild?

Von Vera Molnárs Computerzeichnungen bis zu Refik Anadols KI-Installation: Wie digitale Verfahren Kunst verändern und warum Künstlervertretungen Mitsprache und Vergütung verlangen.

Welchen Schwerpunkt soll „Die Kunst im Wandel“ haben? Ich recherchiere zunächst den digitalen Wandel einschließlich KI.
– Digitaler Wandel und KI
– Kunst im historischen Wandel
– Gesellschaftlicher Wandel und Kunst

Computer verändern, wie Kunst entsteht und wie Menschen ihr begegnen. Von frühen Zeichenprogrammen bis zu KI-Installationen reicht eine Geschichte, in der auch die Verfügung über Bilder neu verhandelt wird.

In der Eingangshalle des New Yorker Museum of Modern Art blieb das Bild in Bewegung. Refik Anadols Installation „Unsupervised“, dort von November 2022 bis Oktober 2023 gezeigt, erzeugte fortlaufend neue Formen. Nach Angaben des Museums beeinflussten auch Licht, Bewegung und Akustik vor Ort sowie das Wetter draußen die Darstellung. Die Sammlung des Hauses lieferte Daten für das KI-Modell. Zur Ausstellung beim MoMA.

Das Beispiel führt zu einer Frage, die über die verwendete Technik hinausweist: Welche Entscheidungen treffen Kunstschaffende, wenn sie einen Teil der Bildproduktion an ein Programm übertragen?

Gestalten mit Regeln

Lange vor heutigen KI-Anwendungen erprobte Vera Molnár eine solche Arbeitsteilung. Bereits vor dem Einsatz eines Computers entwickelte sie geometrische Bilder anhand festgelegter Regeln. 1968 begann sie, mit Rechnern zu arbeiten; ein angeschlossenes Zeichengerät, ein Plotter, brachte die Ergebnisse aufs Papier. Das dokumentieren das Victoria and Albert Museum und das Centre Pompidou.

Molnár variierte einfache Formen und führte gezielt Unregelmäßigkeiten ein. Die künstlerische Arbeit lag damit auch im Entwurf des Verfahrens: Welche Ordnung sollte entstehen, wo durfte sie sich verändern? Ihre Zeichnungen zeigen, dass Kunst mit Computern eine Geschichte besitzt, die Jahrzehnte vor der gegenwärtigen KI-Debatte beginnt.

Aus der Sammlung wird Ausgangsmaterial

Bei Anadol kommt maschinelles Lernen hinzu. Sein Studio beschreibt, wie es Archivdaten auswählt und verarbeitet und ein KI-Modell mit Teilen der Sammlung trainiert. Die Software erzeugt daraus neue Bildkombinationen. Auswahl, technische Entwicklung und Präsentation gehören zum künstlerischen Verfahren. Projektbeschreibung des Studios.

Darin lässt sich eine Verschiebung erkennen: Gestaltet wird auch das System, aus dem Bilder hervorgehen. Molnárs regelbasierte Zeichnungen und Anadols trainiertes Modell stehen für unterschiedliche Verfahren. Gemeinsam ist ihnen, dass menschliche Entscheidungen bereits vor dem sichtbaren Ergebnis ansetzen.

Ein anderer Zugang zum Museum

Digitalisierung verändert außerdem die Möglichkeiten des Publikums. Das Rijksmuseum macht große Teile seiner Sammlung online durchsuchbar. Nach Angaben des Hauses lassen sich die meisten dort angebotenen Abbildungen in hoher Auflösung frei herunterladen und privat wie kommerziell verwenden. Maßgeblich sind die Rechtehinweise beim jeweiligen Objekt; für einzelne Bestände bestehen Einschränkungen. Informationen des Rijksmuseums.

So können Menschen Bilder außerhalb des Museums betrachten, vergleichen und – soweit freigegeben – für eigene Arbeiten nutzen. Aus dem digitalen Katalog wird damit auch Arbeitsmaterial. Wie viel gesellschaftliche Teilhabe solche Angebote tatsächlich schaffen, lässt sich aus ihrer bloßen Verfügbarkeit allerdings nicht ableiten.

Wer entscheidet über die Nutzung?

Für Kunstschaffende stellt sich zugleich die Frage, unter welchen Bedingungen ihre eigenen Werke in technische Systeme eingehen. Die VG Bild-Kunst erkennt kreative Möglichkeiten der KI an. Sie betont jedoch, dass die von ihr vertretenen Urheberinnen und Urheber über die Verwendung ihrer Werke mitbestimmen und für deren Einsatz beim KI-Training angemessen bezahlt werden sollen. Position der VG Bild-Kunst.

Der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler fordert in seinem Arbeitsprogramm 2026–2029 detaillierte Auskünfte über Trainingsdaten. Hinzu kommt die Forderung nach angemessener Vergütung für Werknutzungen. Das sind politische Ziele des Verbandes, keine Beschreibung bereits durchgesetzter Ansprüche. Arbeitsprogramm des BBK.

Die Beispiele zeigen verschiedene Ebenen desselben Wandels: Künstlerinnen und Künstler entwerfen Verfahren, Museen öffnen digitale Zugänge, Interessenvertretungen verlangen Regeln für die weitere Nutzung. Hinter dem sichtbaren Bild stehen damit Fragen nach Auswahl, Zugang und Bezahlung.

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